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ABENDLAND, der neue Kinofilm von Nikolaus Geyrhalter, durchmisst in einer großen assoziativen Reise ein nächtliches Europa in vielen Facetten. Pulsierende Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft, Bollwerk der Sicherheit und Ausgrenzung, urbane Zivilisation, hedonistischer Vergnügungstempel, beflügelt und belastet zugleich von Geschichte, Tradition, Hochkultur. Nachtarbeit, Selbstvergessenheit, Lärm und Stille, Sprachverwirrung und Übersetzungsprobleme, erste Schritte ins Leben, Krankheit, Tod und verzweifelte Versuche, Grenzen zu überschreiten: All dies entfaltet sich durch Geyrhalters Kamera und in Wolfgang Widerhofers kongenialer Montage zu einem bildmächtigen Essayfilm über einen Kontinent und über das Prinzip »Abendland«, von dem man manchmal den Eindruck gewinnt, es würde langsam veratmen.
»Das Leben scheint auf diesem Stück Erde begehrenswert: Man lebt in Reichtum und Sicherheit und ist medizinisch versorgt und sozial abgesichert. Hier wird man nicht verhungern, nicht früh sterben und muss gegenwärtig weder Krieg noch Verfolgung befürchten. Dieses privilegierte Leben funktioniert nur auf dem Prinzip der Exklusivität, des Nicht-Teilens, auch weil sich das ressourcenmäßig rein rechnerisch nicht ausgehen kann. Am Ende des Paradieses steht deshalb auch ein unüberwindbarer elektrischer Zaun wer im Paradies lebt, muss gut darauf aufpassen.« (Nikolaus Geyrhalter)
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