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Herzausreisser
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| Herzausreisser - Neues vom Wienerlied |
| Poly-Film |
| Österreich 2008 |
| Dokumentarfilm Musik, ab 10 Jahren |
| Farbe, 85 Minuten |
| österreichische Originalfassung |
| Karin Berger |
| Karin Berger |
| Karl Hodina & Rudi Koschelu, Ernst Kölz & Maria Frodl, Eva Maria Kaukal, Andreas Wykydal, Erste Wiener Pawlatschen AG, Roland Neuwirth & Extremschrammeln, Walther Soyka, Walter Malli, Oskar Aichinger, Karl Stirner, Kollegium Kalksburg, Die Strottern, Stimmgewitter Augustin |
| Jörg Burger |
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| Karin Bergers Dokumentarfilm sieht sich bei zeitgenössischen Interpretinnen und Interpreten des Wienerlieds um. Als musizierende Forscher und Sammler, Melancholiker, Provokateure und Umstürzler haben sie sich dieses Stück Wiener Populärkultur auf ihre je eigene Weise erarbeitet und anverwandelt. |
Das Wienerlied ist gleichzeitig Herzensangelegenheit und Problem. Erheblich vorbelastet durch Kitsch und Heurigenseligkeit, Chauvinismus und Larmoyanz, hat es in zeitgenössischen Reinkarnationen wieder zu seiner wilden, undisziplinierten Seite gefunden: Da tönt es unverblümt und offen, komisch und hintersinnig, poetisch und zart, düster und manchmal so traurigschön, dass es einem das Herz zerreißt.
Karin Bergers Dokumentarfilm sieht sich bei zeitgenössischen Interpretinnen und Interpreten des Wienerlieds um. Interviewpassagen wechseln einander mit musikalischen Darbietungen ab. Keine aufs Stichwort verabreichten Häppchen, sondern vollständige Musikstücke. Die Kamera notiert Fingertänze über Knopfreihen oder auf Zitherseiten, das Mienenspiel der Sängerinnen und Sänger, das Nachgeben und Mitgehen der Körper. Als musizierende Forscher und Sammler, Melancholiker, Provokateure und Umstürzler haben sie sich dieses Stück Wiener Populärkultur auf ihre je eigene Weise erarbeitet und anverwandelt. Wie das kommt und wie das klingt, das kann man im Film hören und sehen. Das Wienerlied swingt. Es hat den Blues. Es tönt nach Fernweh und ist, ob man es will oder nicht, doch ganz konkret verwurzelt.
Der Film oszilliert zwischen Biografischem und Musikalischem, bezieht beides aufeinander, bindet es in einen historischen Prozess ein. Er ist eine Suche geworden, eine Begegung mit Musikerinnen und Musikern. Was treibt sie an? Wie gehen sie mit der Tradition um? Was verbindet sie mit Wien? Die Künstler haben Zeit, nachzudenken, während sie für den Film sprechen, gehen in die Tiefe ihrer Reflexion, lassen das Publikum an Prozessen teilhaben. Sie erzählen zwar von ihren individuellen Zugängen, weben aber an einem gemeinsamen Teppich. |
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