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Happy-Go-Lucky
Happy-Go-Lucky
Constantin Film
Großbritannien 2008
Komödie/Drama, ab 10 Jahren
Farbe, 118 Minuten, Cinemascope
OmU (englisch mit deutschen Untertiteln)
Mike Leigh
Mike Leigh
Sally Hawkins (Poppy), Alexis Zegerman (Zoe), Eddie Marsan (Scott), Samuel Roukin (Tim), Andrea Riseborough (Dawn), Sinead Matthews (Alice), Kate O'Flynn (Suzy), Sarah Niles (Tash), Sylvestra Le Touzel (Heather), Karina Fernandez (Rosita), Stanley Townsend (Stadtstreicher), Caroline Martin (Helen), Oliver Maltman (Jamie), Nonso Anozie (Ezra)
Dick Pope
Gary Yershon
Silberner Bär und Nominierung für Goldenen Bären Berlinale 2008
http://www.happy-go-lucky-movie.co.uk/
Wie eine moderne Pippi Langstrumpf wirbelt die 30jährige Londoner Grundschullehrerin Poppy durch ihre Umwelt und verbreitet chronischen Frohsinn. Ein leichtfüßiges Feelgoodmovie von Altmeister Mike Leigh mit Charme, Witz und Wonne.
Pauline, von allen nur Poppy genannt, arbeitet als Grundschullehrerin im Norden Londons und ist das, was man eine wahre Frohnatur nennt: stets gut gelaunt, offenherzig, hilfsbereit und ihren Mitmenschen gegenüber unvoreingenommen. Sie teilt seit über zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung, trinkt gerne ein Gläschen zu viel und genießt die Kombination von grellen Klamotten und Netzstrümpfen. Sie lässt sich ihre Laune nie verderben, weder von griesgrämigen Buchverkäufern, der stets lamentierenden jüngeren oder der älteren, verheirateten Schwester und schon gar nicht vom ewig miesepetrigen Fahrlehrer Scotty. Der ist das genaue Gegenteil der Optimistin, ein verknöcherter Ras-sist und Spießer, der die Fehler bei allen anderen sucht, nur nicht bei sich selbst. Die Fahrstunden mit seltsamer Unterrichtsphilosophie entpuppen sich als Höhepunkte an Skurrilität. Während der Misanthrop sich an rigide Regeln hält und Emotionen als Teu-felswerk betrachtet (obgleich er in Poppy verliebt ist, ohne es sich einzugestehen), sich an Kleinigkeiten festbeißt und an seinem neurotischen Hass fast erstickt, lacht Poppy sich über seine Pünkt-lichkeitshysterie und diverse Erziehungsversuche halbtot ...
Mit Filmen wie Secrets and Lies und Vera Drake ist und war Mike Leigh auf sozialkritische Leinwanddramen abonniert. Nun jedoch überrascht der Regiealtmeister mit einem schrillen, unbeschwerten Feelgoodmovie. Nur ganz dezent und recht geschickt werden verschiedene kleine Alltagsprobleme in die Handlung eingeflochten. Dabei wirkt diese zu keiner Zeit bemüht pädagogisch, sondern durchweg herzhaft und ehrlich. Leigh punktet mit perfektem Timing, Wortwitz und Tiefgang.
Das größte Trumpfas jedoch heißt Sally Hawkins. Die überzeugende Hauptdarstellerin versteht es in jeder Sekunde, ihre sympathische und manchmal leicht entrückte Filmfigur mit unbändiger Lebenslust anzureichern. Schnell erliegt man ihrem unwiderstehlichen Charme und gibt sich vorbehaltlos einer mitunter mächenhaft anmutenden Erzählung hin. Für diese herausragende Leistung gab es den Silbernen Bären bei der Berlinale 2008 als Beste Darstellerin.