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Freigesprochen
Freigesprochen
Pool Filmverleih/Poly-Film
Österreich/Luxemburg 2007
Drama, ab 14 Jahren
Farbe, 100 Minuten, Cinemascope
deutsche Originalfassung
Peter Payer
Peter Payer nach Ödön von Horváth
Frank Giering (Thomas Hudetz), Lavinia Wilson (Anna), Corinna Harfouch (Hanni Hudetz), Robert Stadlober (Ferdinand), Sophie Rois, Alfred Dorfer (Josef), Thierry van Werveke (Hotelier), Frédéric Frenay (Beamter), Michael Fuith (Postmann), Kim Hermans (Geschäftsmann) u. a.
Andreas Berger
Andre Mergenthaler, Walter Cikan
Nominierung für Goldenen Leopard Locarno 2007
http://www.freigesprochen.com
In einem kleinen Ort löst der Kuss des korrekten Fahrdienstleiters Thomas Hudetz und der Studentin Anna ein Zugsunglück aus, das viele Leben auslöscht und gleichzeitig die Existenz aller Beteiligten aus den Fugen geraten lässt. Die gemeinsame Schuld und die gemeinsame Lüge treiben Thomas und Anna in eine obsessive Liebe, die nicht nur ihr Leben dramatisch verändert.. Verfilmung des Theaterstücks "Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth.
Thomas und Hanni sind ein Ehepaar in solider Harmonie, Anna und Ferdinand ein junges Liebespaar, das gerade dabei ist, die gemeinsame Zukunft zu entwerfen. Dann kommt ein kleiner Augenblick, der das Leben aller verändert. Ein Kuss – kurz, aber verboten – und nichts ist mehr wie es war. Thomas Hudetz, seit zwölf Jahren untadeliger Fahrdienstleiter bei der Eisenbahn, lässt sich von Anna, der Wirtstochter, schöne Augen machen, just in dem Moment, als aufgrund von LKW-Blockaden auf den Straßen ein Riesenverkehrschaos herrscht, der ganze Zugfahrplan durcheinandergeraten ist und besondere Achtsamkeit angesagt wäre. Bis Thomas auf das Haltesignal reagiert, ist es schon zu spät. 22 Menschen finden den Tod, darunter Josef, Thomas’ bester Freund, der mit seinem Lieferwagen ohne Warnung in die offene Bahnkreuzung eingefahren ist.
Stärker als jedes Band, das je zu ihren Partnern bestanden hat, verbindet Anna und Thomas nun eine Schuld, die nur ihnen gehört, die auf niemanden abwälzbar ist. An Augenzeugen scheint es zu fehlen, die widrigen Umstände des Streiktages kommen dem unbescholtenen Bahnbeamten zugute, das Gericht spricht den Fahrdienstleiter frei. Das Leben könnte weiter gehen, hätte sich die Schuld der beiden nicht längst tief in ihr Gewissen gefressen ...
Inspiriert von Ödön von Horváths Drama (Der Jüngste Tag, 1937) hat Regisseur Peter Payer für FREIGESPROCHEN den Kleinbürgerkosmos der Dreißigerjahre in ein zeitgemäßes Beziehungsgefüge transferiert, das durch die fatale Macht des Zufalls aus dem Gleichgewicht gerät. Payer geht – vom ersten Schock bis zum letzten Schritt – der Dynamik im Spannungsfeld von Verrat und Verantwortung nach und zeichnet das Bild eines tragischen Liebespaares, das unter der Wucht einer enormen Schuld auf sich selbst zurückgeworfen wird.