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Couscous mit Fisch
La graine et le mulet
Poly-Film
Frankreich 2007
Drama, ab 12 Jahren
Farbe, 151 Minuten
OmU (französisch mit deutschen Untertiteln)
Abdel Kechiche
Abdel Kechiche
Habib Boufares, Hafsia Herzi, Farida Benkhetache, Abdelhamid Aktouche, Bouraouïa Marzouk, Alice Houri, Leila D'Issernio, Abelkader Djeloulli, Olivier Loustau, Sabrina Ouazani, Mohamed Benabdeslem, Bruno Lochet, Cyril Favre, Sami Zitouni, Mohamed Karaoui
Lubomir Bakchev

4 Césars 2007 (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch), FIPRESCI-Preis, Spezialpreis der Jury und Nominierung für Goldenen Löwen Venedig 2007 u.v.m.
http://www.lagraineetlemulet-lefilm.com/
Drama um einen 60-jährigen Hafenarbeiter, der davon träumt, ein Restaurant zu eröffnen.
Slimani ist maghrebinischer Einwanderer, 60 Jahre alt und arbeitet seit Jahrzehnten in einem kleinen Hafenstädtchen im Süden Frankreichs. Finanziell reicht es vorn und hinten nicht, dazu kommen Spannungen innerhalb seiner Familie und das nagende Gefühl, ein Verlierer zu sein. Jedenfalls ist Slimani seinem großen Traum, seinen Alltag hinter sich zu lassen und ein eigenes Restaurant zu eröffnen, bislang keinen Schritt näher gekommen. Ihm geht die Arbeit im Hafen nicht mehr so leicht von der Hand wie früher, aber auch die die Werft kämpft ums Überleben. Fehlende Aufträge müssen mit Kostensenkungen und Rentabilitätsmaßnahmen ausgeglichen werden. Slimane wird eine Abfindung angeboten. Der Druck auf ihn steigt. Gemeinsam mit seiner Tochter Rym schmiedet er den Plan, mit der Abfindung ein Lokal einzurichten. Nach und nach vereint sich die ganze Familie durch dieses Projekt und ein Traum erwacht zum Leben ...
Wie gewohnt erzählt Kechiche eine Geschichte aus dem Alltag, ohne auf Konventionen Rücksicht zu nehmen - ganz nah dran am Leben, wie es wirklich ist. Mit ausgeprägter Lust an der Langsamkeit zeichnet Kechiche Immigrantenschicksale ohne ideologische Scheuklappen oder Larmoyanz, die Schwierigkeiten der zweiten und dritten Generation zwischen Integration, Assimilation und Tradition. Auf der anderen Seite die Arroganz der Einheimischen, für die selbst die in Frankreich geborenen Nachfahren Fremde bleiben. Größtenteils mit Laien gedreht, überzeugt der Film durch Authentizität und Liebe zum Detail und überzeugenden Dialogen. Wie in L'esquive (2003) sind es die Frauen, die etwas bewegen. Familie als Fixpunkt und Halt in schwierigen Zeiten, das Restaurant als Symbol für ein besseres Leben - bei diesem sorgfältig zubereiteten Couscous mit Fisch kommen Herz und Hirn auf ihre Kosten.
Spieltermin: 20. August (Open-Air-Kino)